Citybus in Pirna – Testphase erfolgreich verlaufen

1.690 Fahrgäste nutzten Stadtstreicher

Die Stadt kann nach der Testphase der Altstadtlinie eine positive Bilanz ziehen. Der „Stadtstreicher“ fuhr vom 25. November bis 23. Dezember 2011 täglich 23 Mal durch die Innenstadt. Im gesamten Zeitraum wurden 1.690 Fahrgäste gezählt, das heißt im Durchschnitt 68 Fahrgäste täglich.

Mit 123 registrierte die OVPS, als Partner des Projektes, am Sonnabend, 10. Dezember 2011, die meisten Passagiere. Das sind mehr als die gesamte Nutzerzahl einer früheren Testphase: 1998 nutzten an vier Adventswochenenden nur 101 Fahrgäste das Angebot mit ähnlicher Linienführung.

Die insgesamt 1.690 Nutzer innerhalb der 25-tägigen Testphase im Dezember 2011 teilten sich wie folgt auf:

  • 59 % nutzten ein VVO-Ticket,
  • 26 % zahlten den regulären Tagestarif von 1 Euro,
  • 12 % nutzten als Ticket die Pluscard der Gasversorgung Pirna GmbH,
  • 2 % hatten Anspruch auf den ermäßigten Tarif,
  • 1 % nutzten als Ticket den Parkschein eines der vier Pirnaer Parkhäuser.

Die Auslastung des eingesetzten Busses der Firma Solaris war nahezu an allen Wochentagen gleich. Generell wurde die Linie nachmittags am stärksten genutzt.

Die Händler befürworten die Innenstadtlinie

Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke resümiert: „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz. Fast 1.700 Fahrgäste in vier Wochen zeigen, dass die Innenstadtlinie gebraucht wird. Dies wurde auch durch E-Mails, Briefe und Telefonate von Bürgern bestätigt, in denen wiederholt der Wunsch nach einer Ausweitung des Angebotes geäußert wurde. Die Pirnaer Innenstadthändler sehen in der Altstadtlinie eine Chance, die Mobilität im Zentrum und damit die Attraktivität der Einkaufsstadt Pirna zu verbessern.“

Uwe Thiele, Geschäftsführer der OVPS fügt hinzu: „Die Ergebnisse können sich auch aus Sicht der Verkehrsdurchführung sehen lassen. Wir sind im Testzeitraum relativ ungehindert und damit pünktlich durch die Altstadt gefahren. Die Lage der Haltestellen hat sich bewährt. Die Größe des eingesetzten Fahrzeuges war vollkommen ausreichend und kann gegebenenfalls als Elektrobus noch verringert werden. Nun gilt es zu prüfen, wie ein wirtschaftlicher Betrieb realisierbar ist.“

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Testphase ist nun die Klärung der Finanzierung für den dauerhaften Bestand der Altstadtlinie der nächste Schritt. Auf diesem Weg bemüht sich die Stadtverwaltung Pirna unter anderem um weitere Fördermittel. Partner des Projekts wird auch weiterhin die OVPS sein, eine Zusammenarbeit mit der Stromversorgung Pirna ist angedacht. Im Mittelpunkt wird dabei die Elektromobilität als Geschäftsidee stehen. Das bedeutet, die Linie soll von einem Elektrobus bedient werden. Damit setzt die Stadt Pirna eines der wesentlichen Ziele ihres Leitbildes 2030 um: Umweltbewusstsein und Schutz der natürlichen Ressourcen; Lebensqualität durch ökologisches Handeln; umweltverträgliche Mobilität und Stadt der kurzen Wege. 2010 wurde Pirna mit dem Titel „Energiesparstadt“ ausgezeichnet. Im Rahmen des European Energy Award (EEA) bemüht sich die Stadt, vorhandene Energie-Einsparpotentiale zu erschließen und erneuerbare Energien in den verschiedensten Bereichen – so auch der Mobilität – noch stärker zu nutzen. Ziele der Altstadtlinie sind die Reduzierung der einzelnen Pkws in der Innenstadt und die Verbesserung der Mobilität der älteren Bürger sowie der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Die Untersuchungen zur Einführung der Innenstadtlinie wurden durch das Europäische Miniprogramm EnercitEE ermöglicht. Dank der 100-prozentigen Förderung in Höhe von 30.000 Euro konnte die Stadt Pirna in Zusammenarbeit mit der TU Dresden und Partnern aus zwei weiteren europäischen Regionen das Projekt durchführen.

Presseinformationen der Stadt Pirna vom 13.1.2012 – Autorin: Sabine Schlechtiger, Pressesprecherin